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Jugendoffizier zu Gast

Einblicke in die Bundeswehr – Jugendoffizier zu Gast an der Willy-Brandt-Realschule

Wie sieht der Alltag bei der Bundeswehr aus? Welche Aufgaben übernimmt sie im In- und Ausland? Und welche Anforderungen werden an Soldatinnen und Soldaten gestellt? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die fünf 10. Klassen der Willy-Brandt-Realschule am 6. und 7. Oktober.

Zu Gast war Karim Yacout, Hauptmann der Luftwaffe und Jugendoffizier aus Karlsruhe. In seinem Vortrag stellte er die vielfältigen Aufgaben der Bundeswehr vor, die in der Nationalen Sicherheitsstrategie festgeschrieben sind. Auf anschauliche Art wurde den Schülerinnen und Schülern erklärt, welche Rolle die Bundeswehr für die Sicherheit Deutschlands, auch im internationalen Kontext, spielt. Neben der Landes- und Bündnisverteidigung gehören auch internationales Krisenmanagement, die Unterstützung bei Naturkatastrophen und neuerdings die Cybersicherheit zu ihren Aufgaben. Zudem ging der Jugendoffizier auf humanitäre Hilfe und Wiederaufbaumaßnahmen in Krisengebieten ein. Um all diese Aufgaben effizient erfüllen zu können, gliedert sich die Bundeswehr in die vier Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe, Marine und CIR (Cyber- und Informationsraum).

Anhand vergangener und aktueller Auslandseinsätze, beispielsweise in Afghanistan, Mali und im Kosovo, zeigte Hauptmann Yacout, wie komplex internationale Einsätze sein können. Auch Deutschlands Rolle innerhalb der NATO, der Europäischen Union und der Vereinten Nationen wurde thematisiert. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Sicherung der NATO-Ostflanke, umgesetzt u.a. durch die dauerhafte Stationierung der Panzerbrigade 45 in Litauen. Bis Ende 2027 sollen dort 5000 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Einsatz sein.

Darüber hinaus sprach der Jugendoffizier über aktuelle Themen wie das Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro sowie den neuen Wehrdienst. Letzterer betrifft die Jugendlichen konkret, denn alle deutschen Staatsbürger ab 18 Jahre bekommen einen Fragebogen zugesendet, den alle Männer beantworten müssen. Darüber hinaus beginnt 2027 die flächendeckende Musterung aller Wehrpflichtigen mit dem Geburtsjahrgang 2008. Dies bedeutet jedoch noch keine automatische Einberufung, vielmehr setzt der neue Wehrdienst zunächst weiterhin auf Freiwilligkeit.

Besonders lebendig wurde die Veranstaltung in der anschließenden Fragerunde. Die Schülerinnen und Schüler wollten beispielsweise wissen, welche körperlichen und psychischen Voraussetzungen und Belastungen der Soldatenberuf mit sich bringt, wie Auslandseinsätze ablaufen, wie sich der Dienst mit dem Familienleben vereinbaren lässt oder wie es zum Nahostkonflikt zwischen Israel und den Nachbarstaaten kam.

Schlussendlich bot der Besuch des Jugendoffiziers den Abschlussklassen interessante Einblicke in die Arbeit der Bundeswehr und zugleich die Möglichkeit, sich kritisch mit aktuellen Fragen rund um Sicherheit, Verantwortung und internationale Zusammenarbeit auseinanderzusetzen.

von Julia Vogel und Bastian Karsch

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